Hormone und Probiotika

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Hormone und Probiotika

Hormone spielen eine wichtige Rolle in unserem Körper und sind entscheidend für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Schilddrüsenhormone, Östrogen, Testosteron und Cortisol beeinflussen viele Körperfunktionen wie Energielevel, Stimmung, Figur, Muskelwachstum und Hautbeschaffenheit. Eine ausgewogene Balance dieser Hormone ist von großer Bedeutung.

Darmflora und Hormone

Unsere Darmflora beeinflusst die Gesundheit auf vielfältige Weise, indem es unser Immunsystem, Körpergewicht und Verdauung beeinflusst. Doch das Potenzial der Darmflora geht noch weiter. Der Darm und das Gehirn sind über Nervenbahnen und Hormone eng miteinander verbunden, so dass der Darm dem Gehirn mitteilen kann, welche Nährstoffe dem Körper fehlen und selbst Hormone wie Dopamin, Serotonin und Melatonin produziert.
Die Darmflora spielt auch eine wichtige Rolle in der Hormonproduktion und -regulation. Hormonelle Veränderungen sind in allen Lebensphasen spürbar, vom Säuglingsalter bis zur Menopause und Andropause (im mittleren Alter fällt bei Männern der Testosteronspiegel). Ein unausgewogenes Darmmikrobiom kann zu Stoffwechselerkrankungen, entzündlichen und Autoimmunerkrankungen sowie Tumorbildung und endokrinen Erkrankungen beitragen. Insgesamt zeigt sich, dass die Darmflora ein wichtiger Faktor für unsere Hormonproduktion und Gesundheit ist. Eine ausgewogene Darmflora kann zur Vorbeugung und Behandlung von hormonellen Störungen beitragen.
Probiotika können hierbei eine wichtige Rolle spielen, da sie helfen können, das Gleichgewicht der Hormone im Körper zu regulieren. Die Darmflora beeinflusst die Hormonproduktion und den Hormonabbau und kann so die Schilddrüsenfunktion stabilisieren und die Produktion von Stresshormonen reduzieren. Zudem reguliert die Darmflora Enzyme, die Hormone freisetzen oder abbauen, was ebenfalls zu einer ausgewogenen Hormonbalance beitragen kann.
Durch die Einnahme von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln oder den Verzehr von probiotischen Lebensmitteln wie Joghurt, Sauerkraut oder Kefir kann die Darmflora gezielt unterstützt werden. Eine gesunde Darmflora kann somit zu einer gesunden Hormonbalance beitragen und unser Wohlbefinden verbessern.

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Milchsäurebakterien und Hormone

Milchsäurebakterien, insbesondere Lactobacillus acidophilus und Bifidobakterien, spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen Hormonspiegels. Durch die Blockade von Enzymen im Darm tragen sie dazu bei, dass Frauen ein gesundes Verhältnis zwischen Östrogenen und Progesteron aufrechterhalten und hormonelle Schwankungen und Dysbalancen ausgleichen können. Dies kann insbesondere für Frauen mit hormonellen Beschwerden von Vorteil sein.
Aber auch Männer können von der Wirkung von Milchsäurebakterien profitieren. Tierversuche haben beispielsweise gezeigt, dass der Keim Lactobacillus reuteri in der Lage ist, die hormonelle Alterung zu verlangsamen. Wenn Mäuse diesen Bakterien ausgesetzt wurden, blieb ihr Testosteronspiegel auch im Alter auf einem hohen Niveau, vergleichbar mit dem Niveau junger Tiere. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass Milchsäurebakterien nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer von Bedeutung sein können, wenn es darum geht, einen ausgeglichenen Hormonspiegel aufrechtzuerhalten.
Probiotika wie Milchsäurebakterien können daher eine vielversprechende Möglichkeit sein, Hormonstörungen und damit verbundene Symptome zu behandeln und vorzubeugen.
Wir stehen allerdings noch ganz am Anfang unseres Wissens, weitere Forschungen müssen durchgeführt werden, um die genauen Mechanismen und Auswirkungen dieser Wirkstoffe auf den Hormonhaushalt des Menschen besser zu verstehen.
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Probiotika und Stresshormone

Die Darm-Hirn-Achse, die Verbindung zwischen dem Verdauungstrakt und dem Gehirn, spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Das Mikrobiom, die Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen, ist dabei von großer Bedeutung.
Studien an Tieren haben gezeigt, dass Tiere, die ohne eine gesunde Darmflora aufwachsen, deutliche Störungen im Bereich der Darm-Hirn-Achse aufweisen, was zu erhöhten Stresshormonspiegeln führen kann. Nach der Übertragung einer gesunden Darmflora normalisieren sich die Werte jedoch schnell.
Eine andere Studie hat gezeigt, dass die Einnahme eines probiotischen Präparats mit Bifidobakterien und Milchsäurebakterien über einen Zeitraum von einem Monat zu einer signifikanten Senkung der Stresshormonspiegel führte. Die Teilnehmer fühlten sich nicht nur subjektiv wohler und waren weniger ängstlich und gestresst, sondern zeigten auch positive Auswirkungen auf die Gehirnaktivität und eine bessere Distanzierung von Stressoren, wie durch Hirnscans nachgewiesen werden konnte.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass die gezielte Beeinflussung des Mikrobioms durch Einnahme eines hochwertigen Probiotikas idealerweise eines Synbiotikas ein vielversprechender Ansatz zur Regulierung von Stress und damit verbundenen Symptomen sein kann.

Hormone der Schilddrüse und Milchsäurebakterien

Hormone und ProbiotikaDie Mikroorganismen, die in unserem Darm leben, haben einen erheblichen Einfluss auf die Hormonbalance unseres Körpers und beeinflussen auch die Produktion von Schilddrüsenhormonen.
Wurde im Tierversuch beispielsweise Nagern ein Breitspektrumantibiotikum verabreicht, das die Anzahl der Darmbakterien reduziert, so beeiträchtigte dies auch die Schilddrüsenfunktion. In einer Studie wurde beobachtet, dass bereits zwei bis drei Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie die Schilddrüse weniger Jod aufnahm und die Hormonspiegel sanken. Die Mikroorganismen im Darm spielen eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von inaktiven Thyroxin-Hormonen (T4) in die aktive Wirkform T3. Etwa ein Fünftel dieses Umbauprozesses wird von der Darmflora geleistet. Ist die Darmflora gestört, so sinken die Spiegel der aktiven Schilddrüsenhormone, was zu typischen Symptomen einer Unterfunktion führen kann, obwohl die Schilddrüse selbst gesund ist. Daher ist es wichtig, neben einer schulmedizinischen Behandlung auch die Darmflora zu pflegen und wiederherzustellen.
Bei Menschen haben  chinesische Wissenschaftler 2014 festgestellt, dass Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion deutlich weniger Milchsäure- und Bifidobakterien, dafür aber mehr Enterokokken im Darm haben, als gesunde Kontrollpersonen. Unter anderem sind Darmmikroben dafür verantwortlich, einen Teil der inaktiven Schilddrüsenhormone in eine aktive Form zu überführen. Fehlen die guten Bakterien im Darm, fehlen der Schilddrüse die Hormone. 
Bei allen Störungen des Hormonsystems empfiehlt es sich deshalb, auch mal einen Blick auf die Darmkeime zu werfen - beispielsweise durch eine Darmanalyse. Liegt eine Störung der Darmflora vor, so sollte ein Aufbau der Darmflora in das Therapiekonzept miteinbezogen werden.
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